Die Teufelshaut — Auch Moleskin genannt: Ein robuster, wärmender Baumwoll-Stoff

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Die Teufelshaut — Auch Moleskin genannt: Ein robuster, wärmender Baumwoll-Stoff

Erschienen im Gwandhaus Journal, Ausgabe 33, Herbst 2021. Die Teufelshaut — auch Moleskin genannt.

Die Teufelshaut — Auch Moleskin genannt: Ein robuster, wärmender Baumwoll-Stoff

Die Teufelshaut - Gwandhaus Journal, Heft 33
Aus dem Gwandhaus Journal, Heft 33

Was ist Teufelshaut?

DIE Teufelshaut, auch Moleskin genannt, ist ein Baumwollstoff, der an seiner Innenseite aufgeraut wird.

SO bekommt der Stoff einen besonders angenehmen Griff, und eine wärmende Wirkung wird erzielt.

Der englische Name — Moleskin

DIE BEZEICHNUNG „Moleskin" stammt aus dem englischen Sprachraum und bedeutet wörtlich „Maulwurfshaut". Der Stoff erhielt diesen Namen, weil seine weiche, samtige Oberfläche an das Fell eines Maulwurfs erinnert.

DER deutsche Begriff „Teufelshaut" spiegelt eine andere Eigenschaft wider: die Robustheit und Strapazierfähigkeit des Stoffs. „Stark wie eine Teufelshaut" — der Stoff hält viel aus, ohne kaputtzugehen.

Wie Teufelshaut hergestellt wird

DER GRUNDSTOFF ist dicht gewebte Baumwolle in Satinbindung. Diese Webart sorgt für eine glatte, glänzende Oberseite und macht den Stoff besonders reißfest.

DIE Innenseite wird mechanisch aufgeraut — das bedeutet, dass die Fasern mit feinen Drähten oder Bürsten hochgekämmt werden. Dadurch entsteht eine flauschige, samtige Schicht, die:

- Wärme einschließt (wie eine natürliche Isolierung) - Hautfreundlich ist (weicher Hautkontakt) - Angenehmen Tragekomfort bietet

Geschichte — vom Arbeiter zum Trachtenträger

URSPRÜNGLICH wurde Teufelshaut/Moleskin in England des 18. und 19. Jahrhunderts für Arbeitskleidung entwickelt — robuste Hosen für Bergleute, Mechaniker, Bauarbeiter. Die Robustheit und Wärme machten ihn zum Industriebau-Klassiker.

IM 20. JAHRHUNDERT wurde der Stoff von der Trachten- und Outdoor-Mode entdeckt — wegen seiner Naturmaterial-Qualität, seiner Langlebigkeit und seiner wärmenden Wirkung.

Bei Gössl — Gehrock und Stiefelhose

GÖSSL verwendet Teufelshaut für:

- Gehröcke (Herren-Trachtenjacken) mit Reverskragen - Stiefelhosen für Damen — elastische Baumwolle - Trachten-Westen und Gilets

DAS Vorpatinierte Teufelshaut-Modell sieht aus, als wäre es schon länger getragen worden — eine gewollte Patina, die dem Stück seine Persönlichkeit verleiht.

Stickerei auf Teufelshaut

DIE GLATTE Oberseite ist ideal für Stickerei geeignet. Bei Gössl-Gehröcken aus Teufelshaut werden oft kunstvolle Stickereien an Taschen, Kragen und Revers aufgebracht — Eichenlaub, Edelweiß, Gams-Motive, geometrische Muster.

Pflege

TEUFELSHAUT IST pflegeleicht:

- Maschinenwäsche bei 30-40°C (Schonprogramm empfohlen) - Bügeln auf mittlerer Stufe (Innenseite nach außen) - Lufttrocknen statt Trockner (verhindert Verfilzung der aufgerauten Innenseite)

Vergleich mit Loden

TEUFELSHAUT und Loden teilen die wärmende Eigenschaft — sind aber unterschiedlich:

- Loden: Wolle, gefilzt, dichter und schwerer - Teufelshaut: Baumwolle, aufgeraut, leichter und atmungsaktiver

Beide sind Tracht-Klassiker, aber für unterschiedliche Klimate und Anlässe geeignet.

Dieser Beitrag wurde wörtlich aus dem Gwandhaus Journal, Ausgabe 33 (Herbst 2021), übernommen. Das vollständige Heft als PDF finden Sie im Journal-Archiv.

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