Erschienen im Gwandhaus Journal, Ausgabe 28, Frühjahr 2019. Jägerleinen — Der sommerliche Alleskönner.
Jägerleinen — Der sommerliche Alleskönner
Eine robuste Gewebemischung mit jahrhundertelanger Geschichte. Mit gebotener Sorgfalt und handwerklichem Können von Gössl wieder aufgewertet.
Über Jahrhunderte ein besonderer Stoff
Über Jahrhunderte hinweg genoss Leinen als Bekleidung einen besonderen Ruf. So stand der Stoff wegen seiner Widerstandsfähigkeit bei der ländlichen Bevölkerung lange hoch im Kurs.
Mit Beginn der 1920er-JAHRE fand das sogenannte Linnen auch Einzug in die bürgerliche Gesellschaft. Und das nicht ohne Grund: Pflegte man doch in besseren Kreisen zu jener Zeit die Sommerfrische zu genießen, sich also hinaus aus den überhitzten Städten in die wohltuende Frische der Natur auf dem Lande zu begeben. Dabei musste Mann und Frau natürlich passend gekleidet sein.
Das Jägerleinen — Leinen und Baumwolle in Symbiose
Das Jägerleinen, eine robuste Gewebemischung aus Leinen und Baumwolle, konnte seine Vorzüge voll ausspielen: Leicht und bequem zu tragen, brachte es jeden Trachtenliebhaber angenehm zur Geltung.
Marlene Dietrich, Max Reinhardt und viele Sommerfrischler gehörten zu denjenigen, die sich an der Qualität der Jägerleinen-Tracht erfreuten.
Wiederbelebung durch Gössl
Nachdem dieser einzigartige Stoff ein wenig in Vergessenheit geraten war, hat es sich Gössl mit der gebotenen Sorgfalt zur Aufgabe gemacht, diesen sommerlichen Alleskönner in puncto Schnitt, Design und Ausstattung neu zu beleben.
Als Farbton wurde ein warmer, mittlerer Grünton gewählt, wie eine schattige Wiese an einem heißen Sommertag.

Bildnachweis: Gössl-Editorial. Heft 28, Frühjahr 2019.
Häufige Fragen
Was ist Jägerleinen? Eine robuste Gewebemischung aus Leinen und Baumwolle, ursprünglich für ländliche Bekleidung verwendet. Leicht und bequem zu tragen, mit hoher Widerstandsfähigkeit. Heute klassisch sommerlich-elegant.
Seit wann gibt es Jägerleinen? Leinen selbst ist über Jahrhunderte verwurzelt. Die Mischung Leinen-Baumwolle als „Jägerleinen" gehörte in der ländlichen Tracht zum Repertoire. Mit Beginn der 1920er-Jahre fand der Stoff auch Einzug in die bürgerliche Sommerfrische-Garderobe.
Wer trug Jägerleinen? Berühmte Trachtenliebhaber wie Marlene Dietrich und Max Reinhardt. Plus die zahlreichen Sommerfrischler, die in den 1920ern und 30ern aus den überhitzten Städten in die Frische der Berge zogen.
Warum ist Jägerleinen so beliebt für den Sommer? Die Leinen-Baumwoll-Mischung ist leicht und atmungsaktiv, gleichzeitig robust und formstabil. Sie liegt angenehm auf der Haut, knittert in einer charaktervollen, nicht störenden Weise und steht jedem Trachtenträger gut.
Welchen Farbton wählt Gössl für Jägerleinen? Einen warmen, mittleren Grünton — „wie eine schattige Wiese an einem heißen Sommertag". Bewusst nicht zu hell, nicht zu dunkel — die Farbe wirkt zeitlos und kombinierbar.
Wieso musste Jägerleinen wiederbelebt werden? Der Stoff war im Laufe des 20. Jahrhunderts ein wenig in Vergessenheit geraten. Gössl hat ihn in Schnitt, Design und Ausstattung neu interpretiert, um die Vorzüge der Leinen-Baumwoll-Mischung wieder zur Geltung zu bringen.
Was war die Sommerfrische? Die Tradition der bürgerlichen Sommer-Aufenthalte in den Landregionen, besonders im Salzkammergut und in den Alpen — eine Antwort auf die überhitzten Städte. Sie prägte den Bekleidungsmix aus ländlicher Tracht und urbanem Stil, in dem Jägerleinen seinen Platz fand.
Dieser Beitrag wurde wörtlich aus dem Gwandhaus Journal, Ausgabe 28 (Frühjahr 2019), übernommen. Bilder und Bildnachweise stammen aus der Originalausgabe. Das vollständige Heft als PDF finden Sie im Journal-Archiv.


